Vorbereitung auf die verkehrspsychologische Untersuchung

Wie kann man sich optimal auf das verkehrspsychologsiche Gutachten vorbereiten?

Kann man sich überhaupt und/oder sollte man sich vorbereiten?

 

Das ist eine umstrittene Frage.

 

In Deutschland ist es absolut gängig, dass man sich auf die dort sogenannte MPU vorbereitet. Dabei hat sich ein sehr uneinheitlicher – grauer – Markt entwickelt. Es gibt dabei seriöse Anbieter, aber auch reine „Abzocker“. Der Betroffene kann das leider nicht erkennen, oder wenn doch, dann meist zu spät.

In der Schweiz gibt es diesen „Vorbereitungsmarkt“ (noch) nicht. Es gibt  Argumente für wie gegen eine „Vorbereitung“. Im Folgenden seien ein paar Aspekte pro Vorbereitung genannt:

Das Ziel ist beim Betroffenen einen Prozess des Umdenkens und der Sensibilisierung anzustossen. Den meisten Betroffenen fehlt das Problembewusstsein und somit die Einsicht. Sie sehen sich als Opfer einer unflexiblen, starren Gesetzgebung und den Behörden ausgeliefert. Doch der Gutachter trifft keine Aussage darüber, ob der Betroffene „schuldig“ oder „unschuldig“ ist, sondern wie er aktuell die Fahreignung aus charakterlicher Sicht bzw. verkehrspsychologischer Expertise einschätzt. Hierbei ist die Anzahl und die Schwere der Delikte – übrigens auch ausserhalb des Strassenverkehrs – nur ein indirekter Faktor.

Die Selbstreflexionsfähigkeit, die Änderungsbereitschaft, das Mass der Selbstkritik und die Umsetzung sind die wesentlichen Faktoren für den Erfolg einer Vorbereitungsmassnahme.
Der Besuch einer Massnahme ist somit – ausser er ist strategisch-manipulativ motiviert –  positiv zu werten, da er eine Verantwortungsübernahme signalisiert.
Als Vorbereitung für die verkehrspsychologische Untersuchung ist zu empfehlen, dass sich der Betroffene vor der Untersuchung selbstkritisch mit den Verkehrsdelikten auseinanderzusetzen und Ursachen für die Verstösse – vor allem in seiner Person – erkennt.