Familienrechtspsychologisches Gutachten

Rechtsgutachten

  • Obhutentscheide
  • Sorgerechtentscheide
  • Erziehungsfähigkeit der Eltern
  • Besuchsrecht

Fragestellungen für die familienpsychologische Begutachtung:

  • Sorgerecht: Regelung der elterlichen Sorge und des Aufenthaltsbestimmungsrechts für Kinder bei Trennung oder Scheidung der Eltern.
  • Umgangsrecht: Ausgestaltung des Kontaktes des Kindes zu seinen Bezugspersonen, z. B. nach Trennung der Elternteile.
  • Erziehungsfähigkeit und Kindeswohl: Beurteilung der Erziehungsfähigkeit von Eltern. Notwendigkeit eines Entzugs oder einer Einschränkung der elterlichen Sorge.
  • Hilfen für die Erziehung: Einschätzung der Bedarfs an pädagogischen und psychologischen Maßnahmen zur Unterstützung der Erziehung.

Leitlinie der Begutachtung sind die Gesichtspunkte zum Kindeswohl:

  • Bindung des Kindes zu den Eltern, Geschwistern und Bezugspersonen
  • Wille des Kindes
  • Erziehungseignung der Eltern
  • Förderungskompetenz der Eltern
  • Kontinuität der Beziehungen
  • Bindungstoleranz und Konfliktfähigkeit der Elternteile
  • Fähigkeit der Elternteile zur Empathie und Introspektion

Ablauf der Begutachtung:

Der Gutachter hat den Auftrag, sich neutral und objektiv ein umfassendes Bild über die Verhältnisse der betroffenen Kinder und Eltern zu machen. Er soll aus psychologischer Sicht beurteilen und dem Gericht empfehlen, welche Regelung dem Kindeswohl am besten dient.

Der Sachverständige setzt dazu nach den Leitlinien der Begutachtung Termine in seiner Praxis und in den Wohnungen der Elternteile an:

Befragung: Befragung der Elternteile zur Vorgeschichte und zu ihrer Beziehung zum Kind.
Beide Eltern werden in der Regel getrennt befragt. Außerdem können weitere familiäre Bezugspersonen (neue Lebenspartner der Elternteile, Geschwister und Großeltern des Kindes) ihre Sicht schildern.
Spiel: Das betroffene Kind soll sich über das Spiel und eine Befragung öffnen.
Dafür steht in der Praxis ein spezielles Spielzimmer zur Verfügung.
Gemeinsame Spielkontakte: Der Sachverständige beobachtet das Zusammentreffen und die Interaktion des Kindes mit wichtigen Bezugspersonen.
Psychologische Tests: Mit dem Kind werden verschiedene kinderpsychologische Testverfahren durchgeführt.
Beteiligung von Fachkräften: Anforderung von fachlichen Berichten oder Befragung von beteiligten Fachkräften und Einrichtungen, beispielsweise Jugendamt, Lehrer, Kinderärzte, Erzieher, Psychotherapeuten oder Beratungsstellen.
Hausbesuche: Besichtigung der Wohnverhältnisse und des sozialen Umfeldes des Kindes.

Ziel der Begutachtung im familienrechtlichen Verfahren ist es, Hypothesen zu den Lebensbedingungen eines Kindes aufzustellen und zu prüfen, unter welchen Bedingungen das Wohl des Kindes bestmöglich gewährleistet werden kann. 

Als Grundlage dienen hierfür neben der eingehenden Aktenanalyse, Gespräche mit Kind, Eltern und weiteren Bezugspersonen, Interaktionsbeobachtungen sowie testdiagnostische Untersuchungen. Vor diesem Hintergrund der gewonnenen Informationen wird die Fragestellung nach dem Kindeswohl beurteilt. Hierbei werden Kriterien wie die Erziehungsfähigkeit der Eltern, die Beziehung der Eltern zum Kind, die Bindung des Kindes an seine primären Bezugspersonen, die Bindungstoleranz der Eltern, die Stabilität und Kontinuität der Entwicklungsumstände sowie der Kindeswille berücksichtigt.